H A N S P E T E R   H O F M A N N 
H O F M A N N 



Eröffnung: Mittwoch, 18/04/2012, 18 Uhr 
Ausstellung: 18/04/2012 – 24/06/2012 
Galerie Schmidt Maczollek 
Schönhauser Str. 8, 50968 Köln 
www.schmidtmaczollek.com 
Öffnungszeiten:
Di – Fr 11 – 18 Uhr, Sa 12 – 18 Uhr 
Pressetext 

Mit "Hofmann" zeigt der Schweizer Künstler Hanspeter Hofmann (*1960, lebt und arbeitet in Basel) bereits zum dritten Mal in einer Einzelausstellung seine neueste Malerei in der Galerie Schmidt Maczollek.
Wir freuen uns sehr, dass er nun auch in unseren neuen Räumen in der Schönhauser Straße ein spezielles Konzept für seine Soloshow entwickelt hat: Zu sehen sind eine Reihe gleichformatiger Acrylbilder in den für ihn charakteristischen popbunt organischen Formen auf zumeist phosphoreszierendem Grund.
Hofmann verknüpft seit Beginn seiner Karriere als Maler spielerisch naturwissenschaftliche Forschung und Experiment mit künstlerischer Praxis. Seine abstrakt-molekularen Bildelemente speisen sich aus einem Archiv, das seinen früheren Bildern entnommen ist und als bewußter Verweis auf das eigene Werk zu verstehen ist: „Frühere Konstellationen tauchen wie Relikte, wie Reste immer wieder auf und werden mit neuen Ergebnissen konfrontiert“ (Dorothea Strauss). Er erzeugt so formal- oder farbästhetische Beziehungen zwischen seinen verschiedenen Werkgruppen. In einer Mischung aus fortwährendem Experiment, Resampling und Innovation entstehen seine unverwechselbaren Kompositionen mit der für ihn typischen Handschrift. Besonders in seinen neuesten Bildern finden sich jene besonders filigranen dunklen Umrisslinien wieder, die er ganz zu Anfang seines künstlerischen Schaffens entwickelt hatte.
Und nicht zuletzt auch der Titel der Ausstellung "Hofmann" ist ein selbstreferentieller Verweis, der die systemischen Zusammenhänge um einen weiteren Baustein ergänzt.



H A N S P E T E R   H O F M A N N 
C H E M I S C H E   B I L D E R 



Eröffnung: Dienstag 03/04/2012, 18-20 Uhr 
Ausstellung: 03/04/2012 – 19/05/2012 
Galerie Stampa, Spalenberg 2, Basel 
Öffnungszeiten:
Di – Fr 11 – 18.30 Uhr, Sa 10 – 17 Uhr 
Pressetext 

Hanspeter Hofmann – Chemische Bilder 
Ein grelles Pink blendet einem beim Betreten des Ateliers von Hanspeter Hofmann entgegen. Unnatürliche Neonfarben bilden nicht nur Bildgrund sondern auch Grundlage seiner neu entstandenen, in der Galerie Stampa ausgestellten Gemälde – chemische Bilder, wie der Künstler selber sagt. Synthetisch erzeugte Signalfarben und scheinbar unkontrollierbare, wuchernde Oberflächenstrukturen kontrastieren mit flächig gemalten Figuren – und auch diese sind, ohne jegliche Details oder Raumtiefe und nur als Ausschnitte, nicht oder wenigstens nicht auf den ersten Blick erfassbar.

Wer dem Linien-Wirrwarr folgt, versucht vergebens seinen Blick scharf zu stellen. Vielmehr wird das Auge irritiert durch ein Flimmern und Flirren von leuchtend hellen Blasen, die sich über die Leinwand verteilen. Diese verdichten sich, um sich an anderer Stelle wieder aufzulösen; sie wölben sich, um wieder abzuflachen. Die Bläschen breiten sich über einfarbigen Kreisflächen aus und quellen unter runden Farbflecken und ovalen Liniensystemen hervor.

Das Übereinanderlegen von einzelnen Bildgründen legt gleichzeitig seine Vorgehensweise offen. Hofmann geht es nicht darum, den Herstellungsprozess in ein Geheimnis zu hüllen, sondern viel mehr die verschiedenen Schichten deutlich zu machen. Damit reihen sich die neu entstandenen Gemälde in die Tradition früherer Arbeiten und entsprechen der Vorstellung des Künstlers, Bilder aus bereits bestehenden Bildern wachsen zu lassen. Ebenso inhaltslose wie vieldeutige Schriftstücke (Sex, Hardcore), sowie allgemein bekannte, aber gleichzeitig unpersönliche Ikonengesicher aus den Medien (Carrie Bradshaw), finden ihre Fortsetzung in Ausschnitten von Menschenkörpern. Was früher leere Worte waren, sind heute flache Figuren. Als Nahansichten, uni und ohne ein einziges Detail, sowie die Positionierung im Bild, erschwert es die einheitlichen Flächen auf Anhieb zu deuten. Die Körperfragmente werden zwar weder von Tupfern noch Spritzern gestört, heben sich also deutlich von den unkontrollierten Schaumgebilden ab, und sind ihnen doch ähnlich, weil nicht konkret definierbar.

Sind es also zwei unterschiedliche Formen von Abstraktion was die Bilder für Hanspeter Hofmann zu chemischen Bildern macht? Muss chemisch in einem übertragenen Sinne verstanden werden und verweisen die Blasenmuster und Figurfragmente auf Prozesse im Körper die ebenfalls weder exakt darstellbar, noch ganz nachvollziehbar sind?

Oder sind die Gemälde chemischen Reaktionen ähnlich, die zwar geplant werden aber dennoch Überraschungen in sich bergen? Dieser Vorstellung entspricht jedenfalls Hofmanns Vorgehensweise einzelne Bildgründe übereinander zu schichten und verschiedene Legierungen zu mischen – Resultate sind nicht genau absehbar, Zufall spielt mit. Indem der Künstler seine Bilder aus bereits existierenden Bildern entstehen lässt und neue Formen mit gegebenen Voraussetzungen verbindet, beschreibt das gegenseitige aufeinander Reagieren sein Schaffen zudem ganz grundsätzlich. Unerwartete Zufälligkeiten wie ungewollte Spritzer und Tupfer gehören zur Leinwand als Labortisch. Die Oberflächenstruktur mit ihren unzähligen Blasenausformungen erinnert an wild wuchernde Experimente in Reagenzgläsern. Die grellen, synthetisch im Atelier/Labor erzeugten Farben betonen diesen Eindruck noch zusätzlich – chemische Bilder in einem ganz wörtlichen Sinne also.

Eveline Wüthrich, März 2012